Kurzantwort

Das Wichtigste in drei Punkten

  • Banken prüfen nachhaltige Kosten und nicht nur den aktuellen Hypothekarzins.
  • Zins, Unterhalt/Nebenkosten und Amortisation gehören gemeinsam in die Rechnung.
  • Ein-Drittel-Brutto und 38 % Netto sind unterschiedliche Orientierungen und dürfen nicht vermischt werden.

Was Tragbarkeit bedeutet

Die Tragbarkeit setzt kalkulatorische jährliche Wohnkosten ins Verhältnis zu einem nachhaltigen Einkommen. Sie soll zeigen, ob die Finanzierung auch bei einem höheren Zins und normalen Objektkosten noch robust wäre.

Banken definieren Einkommen, Ausgaben, Zinssatz und Maximallimiten in ihren internen Regeln. Ein positives Rechnerergebnis ist deshalb eine Orientierung und keine Kreditzusage.

Die drei Kostenblöcke

Zum kalkulatorischen Zins kommen Unterhalt und Nebenkosten sowie die Amortisation der zweiten Hypothek. Der anerkannte Mindeststandard verlangt, dass die Hypothekarschuld innert maximal 15 Jahren auf zwei Drittel des Belehnungswerts reduziert wird.

FINMA zeigt für selbstgenutztes Wohneigentum ein nachhaltiges Beispiel mit 5 % kalkulatorischem Zins auf der Hypothek, 0,8 % Nebenkosten auf dem Belehnungswert bei einem neuwertigen Objekt und höchstens 38 % des nachhaltigen Nettoeinkommens. Andere Modelle verwenden etwa ein Drittel des Bruttoeinkommens; diese Schwellen sind nicht direkt austauschbar.

Mit Szenarien statt einer Zahl arbeiten

Eine robuste Prüfung vergleicht mindestens ein Basis- und ein Stressszenario. Bei älteren Objekten kann ein höherer Unterhaltsansatz sinnvoll sein, während Haushalte mit schwankendem Einkommen einen vorsichtigeren Einkommenswert verwenden sollten.

Pensionierung, weitere Kredite, Kinderbetreuung, Steuern und geplante Renovationen können die effektiv verfügbare Reserve verändern. Diese Punkte gehören in ein persönliches Gespräch mit der finanzierenden Bank oder einer qualifizierten Beratung.

Diese Unterlagen gehören ins Bankgespräch

Bereiten Sie Kaufpreis, vorhandene Eigenmittel, Vorsorgeanteile, nachhaltiges Einkommen und den von der Bank verwendeten Belehnungswert getrennt vor. So wird sichtbar, ob eine Abweichung vom Rechner aus dem Objektwert, der Einkommensanrechnung oder einer strengeren Bankregel stammt.

Nehmen Sie zusätzlich eine Übersicht laufender Verpflichtungen und absehbarer Renovationen mit. Das Gespräch sollte nicht nur beantworten, ob eine Finanzierung möglich ist, sondern auch, welche Reserve nach Zins, Amortisation und Unterhalt tatsächlich verbleibt.

Formel

So wird die Orientierung berechnet

Quote = (Zins + Unterhalt + Amortisation) ÷ Einkommen

Rechnermodell: Zins = Hypothek × Zinssatz; Unterhalt = Belehnungswert × Ansatz; zweite Hypothek = Betrag über ⅔ des Belehnungswerts, amortisiert über 15 Jahre.

Nachvollziehbares Beispiel

Kaufpreis / EigenkapitalCHF 850'000 / CHF 200'000
HypothekCHF 650'000
Zins 5 %CHF 32'500 pro Jahr
Unterhalt 1 %CHF 8'500 pro Jahr
Amortisationca. CHF 5'556 pro Jahr
Quote bei CHF 150'000 Bruttoca. 31,0 %

Methodik und Grenzen

Berücksichtigt

  • Hypothek und kalkulatorischer Zinssatz
  • Unterhalt/Nebenkosten
  • Lineare Amortisation der zweiten Hypothek

Nicht berücksichtigt

  • Individuelle Haushaltsausgaben und Steuern
  • Bankinterne Bonitäts- und Einkommensregeln
  • Objektspezifische Sanierungsrisiken

Primärquellen

Offizielle Grundlagen

  1. FINMAFaktenblatt Hypothekarmarkt ↗Juni 2025
  2. Schweizerische BankiervereinigungMindestanforderungen bei Hypothekarfinanzierungen ↗

Quellen geprüft am 17. September 2026. Externe Institutionen bestätigen oder sponsern Immovesto dadurch nicht.

Selbst berechnen

Mit den eigenen Zahlen prüfen

Nutzen Sie den Rechner mit Ihren Annahmen und vergleichen Sie zusätzlich ein vorsichtiges Szenario.

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Redaktionelle Verantwortung

Erstellt und recherchiert von Tim Pontoni nach der dokumentierten Immovesto-Methodik. Noch nicht extern fachlich geprüft. Mehr zur Redaktion und Methodik →

Hinweis

Dieser Beitrag vermittelt allgemeine Informationen und ist keine Finanz-, Anlage-, Immobilien-, Steuer- oder Rechtsberatung.